Autogenes Training

Das autogene Training ist eine Art Selbsthypnose, da man sich durch Autosuggestion in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt.

Von dem Berliner Psychiater Johannes H. Schultz wurde das Autogene Training (AT) entwickelt.
([auto] ’selbsttätig‘ – [gen] ‚erzeugen‘)

Worin besteht das Ziel im Autogenen Training?

Durch die Vorstellung von Körperreaktionen („der Arm wird ganz schwer“ oder „der Arm wird ganz warm) werden Gefühlszustände nachempfunden. Unser Unterbewusstsein versucht dabei, diese umzusetzen und löst somit automatisch eine Entspannungsreaktion des Körpers aus.

Beispiel: „Stellen Sie sich eine schöne saftige Zitrone vor… Sie betrachten die Zitrone von allen Seiten, riechen vielleicht an ihr…
Nehmen Sie in Gedanken die Zitrone in die eine Hand, und ein Messer in die andere Hand…
Schneiden Sie die Zitrone nun gedanklich auseinander und folgen Sie dem Saft, der aus der Zitrone läuft und über die Finger rinnt…“
Sicherlich ist Ihnen jetzt der Speichel im Mund zusammen gelaufen 😉
Durch die gedankliche Vorstellung wurde eine körperliche Reaktion hervorgerufen und genau dies macht auch das Autogene Training.

In den Übungen soll ein schlafähnlicher, tiefer Ruhezustand erreicht werden, in dem dann auf die wesentlichen vegetativen Funktionen wie z. B. Atmung, Körperspannung, Blutdruck und Herzschlag Einfluss genommen werden kann. In diesem hervorgerufenen Zustand zwischen Wachbewusstsein und Tiefschlaf erhält der Körper die Möglichkeit der effektiven Erholung.

Eigenständiges Üben ist für die Verinnerlichung und Routine unerlässlich! Sie bekommen daher von mir einen Übungsplan für zuhause mit.

 

Die Übungen der Grundstufe:

Schwereübung  ǀ  Wärmeübung  ǀ  Atemübung  ǀ  Herzübung  ǀ  Sonnengeflecht  ǀ  Stirnkühlung


Indikationen:
  • Allgemeine Gesundheitsvorsorge
  • Bei körperlichen uns psychischen Belastungen/Beschwerden (z. B. Schulterverspannungen, Kopfschmerzen)
  • Nervosität und innere Anspannung
  • Leistungs- und Verhaltensschwierigkeiten z. B. Konzentrationsstörungen
  • Zum Abbau psychosomatischer Störungen
  • Körperlicher Funktionsstörungen
  • Schmerzbelastungen bzw. leichteres Ertragen von chronischem Schmerz
  • Persönliche Probleme und Konflikte, z. B. Unterstützung bei Raucherentwöhnung
  • Speziell im Sport: Ausnutzung (Optimierung) von Erholungs- und Ruhepausen

 

Kontraindikationen:
  • Psychische Störungsbilder (v. a. Psychosen, Depressionen, Hypochondrie)
  • Bei psychosomatischen Störungen (Herz-Kreislauf-Störungen, Asthma, Migräne) bitte Rücksprache mit dem Arzt
  • Eingeschränkte Fähigkeit zum selbstständigen Lernen
  • Fehlender Wille, sich auf AT einzulassen