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Aus der Presse: Rhein-Main EXTRA TIPP

vom 11.03.2017

Presseartikel - EXTRA-TIPP vom 11.03.2017

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Hohe Erwartungen der Eltern, Leistungsdruck in der Schule, dazu die permanente Reizüber­flutung durch die Me­dien: Schon Kinder lei­den unter Stress.
Ent­spannungstrainerin Bir­git Becker aus Langen weiß, wann bei Eltern die Alarmglocken schril­len sollten und wie sich der Burn-out im Kinderzimmer vermeiden lässt.

Frau Becker, Sie bieten Entspan­nungskurse schon für Grund­schüler an. Wie gestresst sind unsere Kinder? Sehr gestresst. Kinder hetzen heute von Termin zu Termin. Vormittags werden sie in der Schule gefordert, nachmittags stehen dann Sport, Nachhilfe und Musikunterricht auf dem Programm. Gibt es keine Zeit für Entspannung und sind es die El­tern, die das Kind gegen seinen Wil­len dirigieren, empfindet das Kind Stress.

Gestresst zu sein überträgt sich also auf die Kinder? Ja. Kinder sind immer ein Spiegel­bild ihrer Eltern. Sind die gestresst, ist es das Kind meistens auch. Des­halb ist es umso wichtiger, zu schauen, was das Kind braucht und vorzuleben, dass Auszeiten wichtig sind. Manchmal erzählen mir Kin­dern aus meinen Kursen auch, dass Mama und Papa sie stressen, weil sie immer streiten, selbst gestresst sind oder weil die Kinder mitbekom­men, dass nicht genug Geld da ist. Eltern müssen wissen, dass Kinder so etwas belastet.

Wie macht es sich bemerkbar, dass ein Kind unter Stress leidet? Die Anzeichen sind vergleichbar mit denen von uns Erwachsenen. Sie reichen von innerer Unruhe, Angst und Nervosität bis hin zu Aggresivität. Viele Kinder haben große Probleme sich zu konzentrieren und können nicht einschlafen. Auch wenn ein Kind häufig über Bauch- oder Kopfweh klagt und ungern zur Schule geht, sollten bei Eltern die Alarmglocken schrillen. Kinder sagen leider nicht: Ich bin gestresst, das wird mir zuviel. Es sind die Eltern, die die Notbremse ziehen und für Ausgleich sorgen müssen.

Atemübungen und progressive Muskelentspannung können also verhindern, dass ich an Burn-out erkranke? Es wäre zumindest ein Anfang. Wann haben Sie zuletzt ihre Beine oder die einzelnen Finger gespürt oder Ihren Atem beobachtet? Wir müssen wieder lernen, uns selbst bewusst zu spüren, unseren Körper bewusst wahrzunehmen, in uns hineinzuhorchen. Diese Achtsamkeit ist entscheidend, damit wir nach Phasen der Anpannung Entspannung finden.