Erzählung von einem Hausbesuch

An manchen Tagen trägt ein Mensch mehr Schwere, als Worte sagen können.

Ich war zu einem Klangmassage-Hausbesuch gebucht worden. Ein sehr viel älterer Mann öffnete mir die Tür. Seine Bewegungen waren langsam, sein Blick müde. Gleich zu Beginn sagte er, dass es heute kein guter Tag sei.

Er legte sich gemütlich in sein Bett und ich begann ganz achtsam mit den ersten Klängen.
Still. Behutsam. Ohne etwas verändern zu wollen.

Nach einiger Zeit klingelte es an der Tür und wir mussten für einen längeren Augenblick die Klanganwendung unterbrechen, da ein wichtiger Besuch kam. Währenddessen setzte ich die Klänge bei seiner Frau fort.

Als der Mann wieder bereit war und er langsam zu seinem Bett ging, hörte ich ihn leise zu seiner Haushaltshilfe sagen:

„Mir geht es schon viel besser … ob das wohl von den „Glocken“ kommt?“

Dieser Satz war so zart. So ehrlich. So berührend.

Denn genau das ist es, was Klang manchmal tut.
Er nimmt nichts weg.
Er zwingt nichts.

Aber er erinnert den Körper daran, wie sich ein kleines bisschen „besser“ anfühlen kann.

Und manchmal ist genau das alles, was es braucht.